Alexander EttlEntwicklungsingenieur (Mechatronik)
Nido, Kindersitz

Nido

Ein modulares Konzept für Fahrgastsitze, unabhängig vom Verkehrsmittel und gedacht für zunehmend autonome Fahrten, dazu Zielgruppe, Geschäftsmodell und Kostenplan. Mehr Vorgabe gibt es nicht. Abgabe: Sonntag neun Uhr, für alle 16 Teams gleichzeitig. Das Bauteil im Auto, das am häufigsten gewechselt, gereinigt und weitergegeben wird und dessen Schaum nach ein paar Jahren durch ist. Daraus wurde Nido, dessen gedrucktes Gitter anders als Schaum aktiv genau die Frequenz dämpft, die Reisekrankheit auslöst. Drei Lagen: waschbarer Bezug, gedruckter Gitterkern, verrippte Tragschale. Der Kern ist ein Gyroid, der sich in jeder Orientierung selbst trägt und deshalb ohne Stützstruktur druckt, während sich über die Zellgröße die Nachgiebigkeit lokal einstellen lässt. Monomaterial, vollständig recycelbar. Für einen Prüfstand zur Energieaufnahme war in 48 Stunden keine Zeit, also stützt sich die Auswahl auf Literaturwerte statt auf eigene Messungen. Gedruckt wurden zwei Probekörper, 10 x 10 cm und 5 x 5 cm, weil vorher niemand sagen konnte, wie viel Druckzeit das Wochenende am Ende noch hergibt. Welche Zellgröße tatsächlich am besten schützt, blieb offen.

In PLA gedruckt: der Sitz mit sichtbarem Gitterkern, daneben der Probekörper, an dem sich die Zellgröße ablesen lässt. Julian M., 40, hohes Haushaltseinkommen. Kein Standardschaum für ihn, sondern Sicherheit und Reisekrankheit gleich null für sein Kind, und dafür zahlt er bereitwillig über 600 €, solange es medizinisch wirkt. 5,6 Mrd. USD Gesamtmarkt, 380 Mio. USD im Premiumsegment über 300 €, Zielgröße 11,1 Mio. € bis Jahr 5. Das Segment wächst 15 % pro Jahr, Europa hält allein 34 % davon. Phase 2: ein Sitz nach individueller Biometrie, per Photogrammetrie vom Smartphone erfasst und lokal verarbeitet. Phase 3: die Gyroid-Doppelschicht als Lizenz an Tier-1-Zulieferer, weit über den Kindersitz hinaus.

Sieben Minuten Pitch, drei Minuten Fragen vor der Fachjury, dann Platz eins als Team TecHMinds gegen 15 andere. Nicht das Ergebnis war der Punkt, sondern das Tempo: Konzept, Fertigungsverfahren und Kostenplan in 48 Stunden.

Freitagmorgen, offene Aufgabe
Die Polsterung ist gedruckt, nicht geschäumt
Was offen blieb
Am Sonntagmorgen lag er auf dem Tisch
Eine Zielgruppe, kein Blindflug
Der Markt dahinter
Und danach?
Sonntag um neun, erster Platz
Nido
Freitagmorgen, offene Aufgabe

Die Polsterung ist gedruckt, nicht geschäumt

Was offen blieb

Am Sonntagmorgen lag er auf dem Tisch

Eine Zielgruppe, kein Blindflug

Der Markt dahinter

Und danach?

Sonntag um neun, erster Platz

Kurz und knapp

Kontext
VDI-Studierendenwettbewerb «Mobility goes Additive», Friedrichshafen
Zeitraum
17.–19. April 2026 · 3 Tage, ~20 h
Rolle
Viererteam, das kleinste im Feld, mit Letitia Santoso, Patrik Veraja und Nina Bechtel. Von mir: Konzept und Konstruktion
Disziplinen
Industriedesign und Mechanik
Nachweis
Fertigungsverfahren, dokumentierte Iterationen, Kostenrechnung und gebauter Prototyp

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