Alexander EttlEntwicklungsingenieur (Mechatronik)
Hocker aus Wabenpappe

Wabenpappe-Hocker

Wabenpappe ist pro Fläche billig und für ihr Gewicht bemerkenswert steif, aber geschlossen lässt sie sich nicht biegen, ohne dass die Waben brechen.

Öffnet man eine Deckschicht, liegen die Zellen frei und jede verformt sich einzeln, sodass aus der starren Platte ein Feld aus lauter kleinen Scharnieren wird, das sich um einen Radius legen lässt. Über eine Holzform gespannt und die offene Seite flächig verklebt, schließen sich die Zellen wieder, und von da an bestimmt die Form die Geometrie, nicht mehr die Platte. Ohne Rahmen, ohne zusätzliche Tragstruktur und ohne zweiten Werkstoff, sortenrein recycelbar.

Draufstellen ist der ehrlichste Test, den man mit Pappe machen kann. Bis 80 Kilo blieb der Hocker ohne erkennbare bleibende Verformung, versagt hat er oberhalb von 100 Kilo. Interessanter als die 80 Kilo ist ohnehin, wo er zuerst nachgab, und genau das blieb offen: Knickten die Waben ein, löste sich die Deckschicht, oder ging die Fügung auf?

Zwei Deckschichten, dazwischen Waben
Öffnet man eine Deckschicht, wird sie biegbar
In Form spannen und verkleben
80 Kilo, ohne bleibende Verformung
Wabenpappe-Hocker
Zwei Deckschichten, dazwischen Waben

Öffnet man eine Deckschicht, wird sie biegbar

In Form spannen und verkleben

80 Kilo, ohne bleibende Verformung

Kurz und knapp

Kontext
Semesterprojekt mit einem Verpackungshersteller
Zeitraum
Sommer 2023 · 3 Monate, ~150 h
Rolle
Dreierteam mit Helena Dinkhoff und Nicolas Schmeding. Von mir: das Fertigungsprinzip. Betreut von Prof. Kostas Medugorac und Hannah Steinmetz.
Disziplinen
Industriedesign und Mechanik
Nachweis
gebauter Prototyp, Messdaten, Fertigungsverfahren und dokumentierte Iterationen

Als Nächstes